Beispiel Krankenhäuser: Evangelisches Krankenhaus Enger

 

Objekt und Ziele

Seit 1993 ist das Evangelische Krankenhaus Enger eine Fachklinik für Geriatrie mit 63 stationären Betten. Das benachbarte Matthias-Claudius-Haus ist eine Senioreneinrichtung mit Wohnraum für 34 pflegebedürftige Menschen, beide Gebäude wurden 2012/13 mit einem Funktionstrakt verbunden. Die Wärmeversorgung der beiden Objekte sollte unter Einbindung einer BHKW-Nutzung optimiert werden.

Ablauf

In einer Grobanalyse wurde als Voraussetzung für eine sinnvolle BHKW-Nutzung die Notwendigkeit einer umfassenden, hydraulischen Neustrukturierung erkannt. Die gewachsene Struktur der Wärmeversorgung mit einer Vielzahl von Heizkreisen ohne hydraulischen Abgleich resultierte in einem hohen Pumpenstromverbrauch, einer geringen Temperaturspreizung, einer aufwändigen Regelung und einer Unterversorgung in bestimmten, kritischen Bereichen. Es wurde ein Gesamtkonzept entwickelt, in dem die erforderlichen Erneuerungsmaßnahmen komplett aus den eingesparten Energie- und Betriebskosten refinanziert werden.

Maßnahmen

Sämtliche Heizungsverteilungen wurden strukturiert erneuert und ein Nahwärmeverbund zwischen der Fachklinik und dem Matthias-Claudius-Haus (MCH) geschaffen. Der Brennwertkessel des MCH wurde zusammen mit den neu installierten BHKW in die Heizzentrale der Fachklinik umgesetzt, in der durch die hydraulische Neustrukturierung der erforderliche Raum zur Verfügung stand. Damit stehen für den Großteil des Wärmebedarfes effiziente Wärmeerzeuger zur Verfügung und die alten Kessel der Fachklinik dienen nur noch zur Abdeckung von Leistungsspitzen. Die BHKW decken die Wärmegrundlast ab. Parallel zu den Arbeiten an der Wärmeversorgung wurde auch das Kalt- und Warmtrinkwassernetz umfassend saniert. Der Umbau erfolgte im laufenden Betrieb und ist exakt im Terminplan geblieben, das Kostenrisiko für die Bauleistungen im Bestand hat die NaCon im Rahmen des Energieeinsparvertrages getragen.

Ergebnisse

Der Vertrag läuft seit Januar 2013. Im ersten Schritt wurden die Energiebezugsverträge neu verhandelt und parallel Messungen an den einzelnen Heizkreisen vorgenommen. Im Sommer dann ist der Umbau erfolgt, die Inbetriebnahme der erneuerten Anlagen erfolgte am 01.11.2013. Die bisher erzielten Ergebnisse bestätigen die kaufmännischen Grundlagen der Entscheidung.
Es konnte durch die Optimierung der Gesamtversorgung nachhaltig eine Einsparung von 12% beim Gas erzielt werden. Zusätzlich wurde durch den geordneten Ersatz der Vielzahl der veralteten Pumpen eine erhebliche Stromeinsparung erreicht. Durch die Installation des BHKW werden die Energiekosten weiter gesenkt, der Nachweis darüber wird jährlich geführt.